Menschliche Organmodelle können zu verlässlichen Werkzeugen für Forschung und Medizin werden. Sie bilden wichtige Eigenschaften menschlicher Organe im Labor nach und können helfen, Krankheitsmechanismen zu verstehen sowie neue Therapien zu entwickeln. In einer umfassenden systematischen Übersichtsarbeit untersuchten 35 Wissenschaftler:innen - mit maßgeblicher Beteiligung des Einstein Center 3R - gemeinsam 558 Primärstudien dazu, wie solche Modelle in der COVID-19-Forschung eingesetzt wurden.
Die Analyse zeigt, dass die Modelle bereits wertvolle Erkenntnisse über die Vermehrung von SARS-CoV-2, betroffene Zelltypen und Immunreaktionen ermöglicht haben. Ihr großes Potenzial für die Wirkstoffentwicklung, die personalisierte Medizin und eine bessere Vorbereitung auf künftige Pandemien kann derzeit jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft werden. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass viele Studien ihre Modelle, Versuchsbedingungen und Ergebnisse nicht ausreichend einheitlich und detailliert beschreiben, wodurch Vergleiche erschwert werden. Gemeinsame Standards, transparente Daten und abgestimmte Qualitätskriterien könnten die Aussagekraft und Übertragbarkeit der Modelle künftig deutlich verbessern.
Hier geht es direkt zur Studie (open access): Low reporting quality limits the contribution of human organ models to COVID-19 research: a systematic review
