Was ist das Ziel des Einstein-Zentrum 3R?

Die akademische biomedizinische Wissenschaft in Berlin ist ein Schwerpunkt der tiergestützten Forschung in Deutschland. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft werden Tierversuche generell und damit auch in Berlin in absehbarer Zeit notwendig sein. Übergeordnetes Ziel von Tierversuchen ist die Übertragung der Ergebnisse zum Erkenntnisgewinn über die Zielspezies, in den meisten Fällen: über den Menschen. Folglich sind die Qualifizierung von Methoden und der Vergleich von Daten, die durch Tests in humanen zellbasierten Modellen, Tieren und dem Menschen in vivo generiert wurden, wesentliche Schritte zur Übertragbarkeit von Ergebnissen.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass die Wissenschaft in Berlin energisch, überprüfbar und sichtbar daran arbeitet, unvermeidbare Tierversuche zu verbessern und robuste Alternativmethoden zu entwickeln, die von einem breiten Nutzerkreis angewendet werden können, um Vertrauen in die entsprechenden wissenschaftlichen Aktivitäten zu schaffen.

Die Weiterentwicklung und konsequente Umsetzung des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine, 3Rs) ist eine integrale Aufgabe der akademischen biomedizinischen Forschung. Um die 3R-Forschung zu fördern, müssen 3R-Methoden in der Wissenschaft selbst Akzeptanz finden. In der Öffentlichkeit werden Tierversuche kritisch diskutiert, und die Herausforderungen alternativer Methoden werden oft unterschätzt. Das Ziel des Einstein Center 3R (EC3R) ist es daher, die Vertrauenswürdigkeit der 3R-Forschung in Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern.Berlin bietet als starker biomedizinischer Forschungsstandort mit seiner Nähe zu wichtigen Stakeholdern ideale Voraussetzungen, um das Ziel der Umsetzung der 3R umfassend zu verfolgen.

Mit welchem Konzept soll dieses Ziel erreicht werden?

Forschungsnetzwerk

Das EC3R fokussiert sich in der Forschung auf alternative Methoden mit dem langfristigen Ziel der Reduktion und des Ersatzes von Tierversuchen. Zu diesem Zweck wurde ein Forschungsnetzwerk für die gemeinsame Entwicklung von 3D-Gewebekulturmodellen gebildet. Das Netzwerk bietet eine Plattform für übergreifende Themen wie die Vereinbarung von Standards und die vergleichende Validierung von Modellen.

Querschnittsprojekte

Zwei Querschnittsprojekte reichern das Forschungsnetzwerk durch innovative Anwendungen von künstlicher Intelligenz und ein erweitertes Qualitätsmanagement an und tragen so zur Steigerung der 3R-Forschungsqualität bei.

Ausbildung und Schulung

Das EC3R wird ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm anbieten. Eine konsequente Ausbildung in den 3R mit all ihren Facetten legt die Grundlage für Vertrauen und Verbreitung in der Wissenschaft. Daher wird die Integration und berlinweite Öffnung des breiten Spektrums bestehender Maßnahmen und die Ergänzung um komplementäre Aktivitäten das Bewusstsein, das Wissen und die Anwendung der 3R-Methoden verbessern.

Kommunikation und Aufklärung

Das EC3R wird die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zur 3R-Forschung fördern. Umfassende, ehrliche und faktenbasierte Kommunikation ist eine Notwendigkeit, um Wissenschaftler und die Öffentlichkeit über die großen Chancen und Herausforderungen der Umsetzung der 3R zu informieren. Das EC3R wird die Sichtbarkeit der starken Berliner 3R-Aktivitäten herausstellen und transparent und wissenschaftlich fundiert kommunizieren. Bürgerinnen und Bürger werden verständliche Informationen abrufen und sind eingeladen, mit den Wissenschaftlern in einen Dialog zu treten.

Steering Committee

  • Michael Beekes (RKI)
  • Michael Brecht (HU Berlin)
  • Ulrich Dirnagl (BIH)
  • Michael Gotthardt (MDC)
  • Stefan Hippenstiel (Charité)
  • Andreas Hocke (Charité)
  • Jens Kurreck (TU Berlin)
  • Tanja Schwerdtle (BfR)
  • Christa Thöne-Reineke (FU Berlin)

Koordinatoren und Sprecher

Im August standen Wahlen für das Steering Committee, Sprecher und Koordinator:innen an. Es wurden drei Koordinatoren bzw. Koordinatorinnen benannt, die speziell die Aktivitäten des Forschungsnetzwerks (Stefan Hippenstiel), der Aus- und Weiterbildung (Christa Thöne-Reineke) und der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (Jens Kurreck) entwickeln.

Für die Vertretung des Zentrums nach außen und die Leitung des Steering Committees wurden Hippenstiel als Sprecher sowie Thöne-Reineke und Kurreck als Co-Sprecher des Zentrums bestimmt.